← Zurück zur FAQ

Vergleich zerstörungsfreier Prüfmethoden für die Wärmetauscher-Rohrprüfung

ECT · PSEC · FSEC · RFT · NFT · MFT · IRIS

Vergleichs-Referenzkarte · Rev. 2 · DELTA TEST ME LLC

Original-PDF herunterladen
ECT

Konventionelle Wirbelstromprüfung

Anwendbar für: Alle nichtmagnetischen Werkstoffe (Edelstahl, Cu-Ni, Ti, Inconel, Messing)

Vorteile

  • +Geeignet für alle paramagnetischen / nichtmagnetischen Metalle
  • +Sehr gute Abschätzung von Fehlertiefe & -größe (Phase)
  • +Innen- + Außenfehler (ID/OD)
  • +Geeignet für Wanddicken bis ~5 mm
  • +Hohe Geschwindigkeit — bis 100 Rohre/h
  • +Rohrbodenbereich mit rotierenden Sonden
  • +Fehler unter Umlenkblechen nachweisbar
  • +Risse (umlaufend + längs)
  • +Kein Koppelmittel (Wasser) erforderlich
  • +Reinigung weniger anspruchsvoll als bei IRIS
  • +Fehlerart muss nicht im Voraus bekannt sein

Nachteile / Einschränkungen

  • −Nicht anwendbar für ferromagnetische Rohre (CS, LAS)
  • −Magnetische Ablagerungen → Fehlsignale
  • −Keine absolute Wanddicke
  • −Geschultes Personal erforderlich (Kalibrierung)
  • −Referenznormal muss zum Produktionsrohr passen
PSEC

Teilsättigungs-Wirbelstrom

Anwendbar für: Leicht / teilweise magnetisch (Duplex, Super-Duplex, kaltverfestigter Edelstahl, dünnwandiger CS)

Vorteile

  • +Überbrückt die µr-Lücke zwischen ECT und FSEC
  • +Innen- + Außenkorrosion
  • +Risse (umlaufend + längs) — Phase erhalten
  • +ID/OD-Unterscheidung über Phase
  • +Fehler unter Umlenkblechen
  • +Hohe Geschwindigkeit — bis 70 Rohre/h
  • +U-Bogen-fähig (kompakter Magnet)
  • +Rohrbodenbereich mit rotierenden Sonden
  • +Kein Koppelmittel erforderlich
  • +Gleiches Gerät wie ECT und FSEC
  • +Durch ASTM E2884 abgedeckt

Nachteile / Einschränkungen

  • −Gemischte Fehlerarten schwer interpretierbar
  • −Tiefe über Amplitude in gesättigten Zonen
  • −Keine absolute Wanddicken-Messung
  • −Hochqualifiziertes Personal erforderlich
  • −Genauigkeit ± 10 % bis ± 20 %
  • −Empfindlich gegenüber Materialschwankungen
FSEC

Vollsättigungs-Wirbelstrom

Anwendbar für: Stark ferromagnetisch (CS, LAS, T11, T22, P91, ferritischer Edelstahl)

Vorteile

  • +DC-Vormagnetisierung → Permeabilitätsrauschen eliminiert
  • +Innen- + Außenkorrosion
  • +Stabile, vorhersagbare Eindringtiefe (Skin-Tiefe)
  • +ID/OD-Unterscheidung über Phase
  • +Fehler unter Umlenkblechen
  • +Allgemeiner Wandverlust zuverlässig erkannt
  • +Hohe Geschwindigkeit — bis 70 Rohre/h
  • +Rohrbodenbereich mit rotierenden Sonden
  • +Kein Koppelmittel erforderlich
  • +Gleiches Gerät wie ECT und PSEC
  • +Durch ASTM E2884 abgedeckt

Nachteile / Einschränkungen

  • −Schwerer Magnet → nur gerade Abschnitte
  • −Riss-Signatur durch Sättigung abgeflacht
  • −Gemischte Fehlerarten schwer interpretierbar
  • −Keine absolute Wanddicken-Messung
  • −Hochqualifiziertes Personal erforderlich
  • −Genauigkeit ± 10 % bis ± 20 %
  • −Größerer Sondendurchmesser als ECT/PSEC
RFT

Fernfeld-Wirbelstromprüfung

Anwendbar für: Ferromagnetischer CS / LAS (dickwandig > 4 mm)

Vorteile

  • +Wirksam bei dickwandigen ferromagnetischen Rohren
  • +Prüfgeschwindigkeit deutlich > IRIS
  • +Kein Koppelmittel erforderlich
  • +Tolerant gegenüber Verzunderung / geringerer Reinigungsaufwand
  • +Risse (umlaufend) nachweisbar
  • +Gleiche ID/OD-Wandverlust-Empfindlichkeit

Nachteile / Einschränkungen

  • −Nicht anwendbar für berippte ACHE-Rohre
  • −Nicht empfindlich für kleine lokale Fehler
  • −Keine zuverlässige ID/OD-Unterscheidung
  • −Kann Fehler unter Umlenkblechen nicht erkennen
  • −Hauptsächlich auf allgemeinen Wandverlust beschränkt
  • −10–20× langsamer als die EC-Familie
  • −Komprimierter Phasen-/Amplituden-Dynamikbereich
  • −Hochqualifiziertes Personal erforderlich
NFT

Nahfeldprüfung

Anwendbar für: Ferromagnetische berippte ACHE-Rohre (Außenwandverlust + Rippenfußkorrosion)

Vorteile

  • +Optimiert für berippte ACHE-Rohre
  • +Erkennt Korrosion am Rippenfuß (Bobbin-EC übersieht sie ggf.)
  • +Innensonde — kein externer Zugang erforderlich
  • +Schneller als RFT (~ 0,3–0,6 m/s)
  • +Kein Koppelmittel erforderlich
  • +Tolerant gegenüber Rippengeometrie

Nachteile / Einschränkungen

  • −Nischenverfahren — nur berippte ACHE-Rohre
  • −Qualitative Ausgabe (amplitudenbasiert)
  • −Begrenzte Rissempfindlichkeit
  • −Wanddickenbereich auf 1–3 mm begrenzt
  • −Herstellerspezifische Kalibrierung
  • −Kann Bobbin-EC für ID-seitige Fehler nicht ersetzen
MFT

Streuflussprüfung

Anwendbar für: Nur ferromagnetischer CS (erfordert externen Magnetkontakt)

Vorteile

  • +Allgemeine + lokale Korrosion in CS-Rohren
  • +Risse (umlaufend) nachweisbar
  • +Fin-Fan-Rohre mit Zugang zur Außengeometrie
  • +Kein Koppelmittel erforderlich
  • +Tolerant gegenüber innerem Zunder / Ablagerungen

Nachteile / Einschränkungen

  • −Nicht für allgemeine, allmähliche Erosion
  • −Größenbestimmung von Lochfraß / Fehlern nicht zuverlässig
  • −Fehler unter Umlenkblechen schwierig
  • −Ungleichmäßige Ziehgeschwindigkeit → Fehlinterpretation
  • −Schlechte Daten auf rauen Oberflächen / bei Verzunderung
  • −Hoher Einrichtungsaufwand, fehleranfällig
  • −Hochqualifiziertes Personal erforderlich
  • −Keine Nah-/Fernoberflächen-Unterscheidung
  • −Längsrisse werden nicht erkannt
  • −Langsamer als FSEC
  • −Ausgeschlossen bei ACHE, U-Bögen, isolierten Rohren
IRIS

Internal Rotary Inspection System

Anwendbar für: Alle Werkstoffe (inkl. Nichtmetalle) — Verifizierungswerkzeug, nicht zum Screening

Vorteile

  • +Absolute Wanddicke in mm (hohe Genauigkeit)
  • +Hervorragende Quantifizierung der Fehlergeometrie
  • +Hervorragende Quantifizierung der Fehlergröße
  • +Innen- + Außenfehler gleich gut
  • +Fehler unter Umlenkblechen
  • +Geeignet für allgemeinen Wandverlust
  • +Alle Werkstoffarten (materialunabhängige Laufzeit, TOF)
  • +Liefert Datenbasis für API 579 FFS

Nachteile / Einschränkungen

  • −Übersieht kleine Nadellöcher (z. B. 1 mm Durchm. in Edelstahl)
  • −Sehr geringe Geschwindigkeit (max. 6–12 Rohre/h)
  • −Hohe Kosten pro Rohr wegen geringen Durchsatzes
  • −Reinigung bis aufs blanke Metall unerlässlich
  • −Wasserkopplung zwingend erforderlich
  • −„Schmutzreflexionen“ verursachen Fehlsignale
  • −Ziehgeschwindigkeit kritisch für 100 % Abdeckung
  • −Ziehgeschwindigkeit normalerweise nicht geregelt
  • −Wassertrübung < 5 NTU erforderlich
  • −Geschultes Personal zur Fehlsignal-Unterdrückung
  • −Schwer anwendbar bei Einstieg in enge Räume
  • −Rohr muss mit Wasser gefüllt sein
  • −U-Bögen können nicht geprüft werden
  • −Sensorzentrierung kritisch
DELTA TEST ME LLC · Vergleichs-Referenzkarte, Rev. 2
Webdesign powered by